Sipsmith Sloe Gin

Heute darf ich euch eine weitere Kreation der Sipsmith Distillery vorstellen. Wie der tiefrote Sloe Gin schmeckt und wieso ein solcher Gin einen Alkoholgehalt von unter 37,5% besitzen darf, verrate ich im folgenden Testbericht!

Harte Fakten

NameSipsmith Sloe Gin
ArtSloe Gin
DestillateurJared Brown
Herkunft England, London
Stärke29%
Inhalt0,5 l
Homepage https://sipsmith.com/product/sloe-gin/

Herstellung

Die reifen Schlehen werden nach ihrer Ernte eingefroren, damit ihre Schale aufplatzt. Danach werden diese bis zu drei Monate lang in dem hauseigenen London Dry Gin eingelegt, was dem Gin die tiefrote Färbung verleiht. Da der Zuckergehalt der frischen Früchte stets von den klimatischen Bedingungen des jeweiligen Jahres abhängt, süßt der Destillateur den Sloe Gin nach dem Abtrennen der Früchte nach bis die gewünschte Süße erreicht wird. Schlussendlich wird er auf Trinkstärke herabgesetzt. Da der Sloe Gin nur mit frischen, reifen Früchten hergestellt wird, gibt es pro Jahrgang nur eine limitierte Stückzahl. Die Flasche im Test stammt aus dem Jahr 2017. Die Herstellung des Sipsmith London Dry Gin und die Geschichte von Sipsmith selbst findet ihr in einem früheren Testbericht.


Design

Die Gestalt der Flasche ist in identischem Stil wie der London Dry Gin und der V.J.O.P. gehalten. Der Sloe Gin ist in einer klaren 0,5l-Flasche abgefüllt, in der Logo und Name der Destillerie eingearbeitet sind. Das tiefrote Etikett fasst ein bronzenes Feld ein, auf dem der uns bekannte Schwan wiederzufinden ist. Die Wacholderzweige und das Männchen, welches den Union Jack schwenkt sind auch darauf vertreten. Das abgesetzte Etikett zeigt den Namen, Füllmenge und Alkoholgehalt. Verschlossen ist die Flasche, wie gewohnt, durch Echtkork. Der Kunststoffkopf und das Wachs zur Versiegelung sind farblich passend zum Sloe Gin ebenfalls in Dunkelrot gehalten.


Interessantes

Doch wieso darf sich ein Sloe Gin mit 29% eigentlich „Gin“ nennen?

Laut Vorschrift muss ein Gin mindestens 37,5% besitzen, um diese Bezeichnung tragen zu dürfen. Die Sloe Gins sind eigentlich Schlehenliköre, welche ausschließlich auf Basis eines gebrannten Gins aufgebaut werden, und bilden hierbei als einzige Art der Gins eine Ausnahme. Verschiedene Hersteller produzieren auf gleiche Weise Gin-Liköre mit anderen Früchten und dürfen somit die Bezeichnung „Gin“ nicht führen.


Nosing

Der Sipsmith Sloe Gin verströmt ein intensiv fruchtig-herbes Aroma der Schlehe. Es wirkt wenig süß und erinnert mich etwas an Pflaumen und Marzipan. Im Hintergrund unterstreichen sowohl Wacholder als auch diverse würzige Noten des London Dry Gin das Geruchsbild.


Tasting

Wie im Nosing stehen die stark fruchtigen Aromen der Schlehe im Vordergrund, erinnern mich nun aber eher an Süßkirsche. Vorerst recht süß, schwenkt der Geschmack schnell auf die bitteren Facetten der Frucht um. Im Abgang treten abermals Wacholder und verschiedene Gewürze hervor. Eine leichte Schärfe vom Zimt rundet den Gin hervorragend ab. Der Nachklang ist sehr langanhaltend ohne ein klebrig-süßes Gefühl am Gaumen zu hinterlassen. Bittere und warme Noten der Orangenschale sind nun zu erkennen.

Da der Sloe Gin auf den London Dry Gin aufbaut, sind neben den Schlehen auch Wacholderbeeren, Orangen- und Zitronenschale, Iris-, Lakritz- und Angelikawurzel, Zimt- und Cassiarinde, gemahlene Mandeln und Koriandersamen enthalten.


Trinkempfehlung

Aufgrund des geringen Alkoholgehalts und den fruchtigen, dezent süßen Aromen kann der Sloe Gin durchaus pur getrunken werden.

Mit einem Indian Tonic macht er allerdings auch eine gute Figur. Dabei empfehle ich ein Tonic mit geringerem Zuckergehalt, wie beispielsweise das Fever Tree Indian Tonic. Das Getränk wird frisch und die Schlehe tritt mit ihren fruchtigen und bitteren Noten weiter in den Vordergrund.
Sloe Gins harmonieren hervorragend mit Bitter Lemon. Bei der Kombination mit einem von Thomas Henry bleibt der Gin im Vordergrund. Süß-fruchtige und säuerlich-frische Akzente vereinen sich zu einer sehr komplexen und süffigen Alternative zum klassischen Gin Tonic.
Seit einiger Zeit finden sich ebenfalls Lemon Tonics auf dem Markt. Das von Fever Tree passt zum Sloe Gin, jedoch treten erstaunlicherweise die säuerlichen Aromen der Zitrone stärker hervor. Der Gin verliert an Dominanz, wodurch das Getränk frischer, aber weniger komplex wird.


Wo kann ich den Sipsmith Sloe Gin kaufen?

Eine 0,5l-Flasche des Sipsmith Sloe Gin ist auf Amazon für 39,99 € (79,98 €/1 l) erhältlich. Aktuell ist sie sogar im Sonderangebot für 30,11 € (60,22 €/1 l) zu erwerben. Einige Online-Shops bieten ihn auch etwas günstiger an, jedoch fallen dort meist Versandkosten an.


Zusammenfassung

  • Sloe Gin aus London
  • Erste Small-Batch-Destillerie in London
  • Fruchtig, aber kaum süß
  • Harmoniert mit Bitter Lemon


Bewertung des Sipsmith Sloe Gin

Der Sipsmith Sloe Gin ist, wie seine Vorgänger, ein sehr gelungenes Produkt. Geschmacklich dominieren eindeutig die reifen Schlehen, jedoch ist der London Dry Gin, welcher als Basis dient, deutlich zu erkennen. Eine Komposition aus Frucht, Bitterstoffen und angenehmer Würze wurden von Master Distiller Jared Brown kreiert. Besonders gelungen finde ich den langanhaltenden Abgang, der nicht süß klebt.
Mit einer UVP von knapp 40 € ist der Gin kein Schnäppchen, aber erzeugt besonders mit Bitter Lemon Spaß im Glas!

Genuss: 9/10
Preis-Leistung: 8/10


Danksagung

Ich danke Magnus für die Bereitstellung der Probe! 
Die Bewertung des Gins wird dadurch nicht beeinflusst und erfolgt nach eigenem Ermessen.


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